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Mi

17

Sep

2008

4 Tage Sonne

Da ich die letzten Tage nict gerade fleissig war, was das Blog schreiben angeht, hab ich euch mal ein paar Tage zusamengefasst.

 

Seit Sonntag den 14. September scheint hier jetzt durchgängig die Sonne. Ja, es gab tatsächlich keinen einzigen Schauer. Leider konnte ich das Wetter nicht optimal nutzen, ich wäre gerne an den Strand gefahren und mal baden gegangen, aber da wir die Verantwortung für die Herberge hatten, konnten wir nicht weg. Trotzdem war der Sonntag sehr schön. Nach meiner ersten Schicht allein in der Rezeption ging ich nach dem Mittagessen mit Jack Johnson im Ohr in unseren Garten, lag auf einer Bank und genoss das warme, sonnige Wetter. Den weiteren Nachmittag verbrachte ich an dem Sportplatz direkt neben der Herberge, wo gerade die örtliche Fußballmannschaft spielte. Bevor abends wieder eine Rezeptionsschicht auf Lenard und mich wartete, spielten wir noch eine Partie Tischtennis, das immer mehr zu einer täglichen Beschäftigung für uns wird. Kurz vor dem Schlafen gehen trafen wir noch den Nachtwächter, der ab jetzt jede Nacht hier für Sicherheit sorgen wird.

Montag, 15. September

Ich hatte heute und auch Dienstag frei und so stand wie bisher an fast jedem freiem Tag eine Radtour auf dem Plan. Da Lenard vormittags noch arbeiten musste, fuhr ich allein los und erkundete ein wenig die nähere Umgebung, entdeckte auf meinem Weg ein paar Ruinen und viel Natur. Nach dem Mittagessen, das Anne-Marie wieder für uns gekocht hatte, nahmen Lenard und ich jetzt eine längere Radtour in Angriff. Wir wollten auf die andere Seite der Bucht gelangen. Wir starteten in recht hohem Tempo, mussten bald aber schon etwas langsamer fahren, da die sehr hügelige Strecke ziemlich kräftezehrend war. Weil wir genau zur Ebbe um die Bucht herum fuhren boten sich uns wieder ein paar wirklich spektakuläre Ausblicke - eine total leer gelaufene Bucht und in der Ferne das tiefblaue Meer. Endlich auf der anderen Seite angekommen, ließen wir unsere Räder doch stehen und gingen zu Fuß weiter. Auch wenn der Meeresrand eine ganze Strecke entfernt war, wollten wir gerne dorthin gelangen und so liefen wir barfuss durch den Sand. Nach einer halben Stunde durchgängigem Laufen stellten wir fest, dass das Wasser immer noch weit von uns entfernt war und wir merkten, dass wir wirklich kilometerweit in alle Richtungen schauen konnten und überall Watt war. (In diesem Moment ärgerte ich mich, dass ich meine Kamera nicht eingesteckt hatte.) Die einzige Ausnahme bildeten ein paar Gräben, welche die Bucht mit starker Strömung durchzogen. Am Meeresrand angekommen badeten wir unser Füße im Wasser und lauschten dem fast ohrenbetäubenden Rauschen der Brandung, kehrten allerdings recht bald wieder zu unseren Rädern zurück, da die Flut wieder einsetzte. Auf unserem Rückweg sahen wir noch einige Männer, die in der leergelaufenen Bucht Muscheln ernteten.

Abends in der Herberge  lernten wir noch unseren neuen Kollegen Numa kennen und ich ging kurz darauf schlafen, da ich von der Tour ziemlich erschöpft war.

 

 

Dienstag, 16. September

 

Ich nutzte meinen zweiten freien Tag dieser Woche zum Ausschlafen. Nach einem späten Frühstück setzte ich mich noch ein wenig in unseren Garten zum Lesen und genoss nebenbei das wieder sonnige und warme Wetter.

Zum Mittagessen gab es Paella und ich aß zum ersten Mal Miesmuscheln und entwickele mich hier zu einem richtigen Meeresfrüchte-Fan.

Am Nachmittag meldeten wir uns in der Stadtbibliothek an und ich freute mich schon auf viele DVDs und Bücher. Bei den Büchern steht mir auch eine grosse Auswahl zur Verfügung, aber mein Französisch muss hierfür noch um einiges besser werden. Die DVD Sammlung bot leider nicht das, was ich mir erhofft hatte. Romy Schneider scheint der Top Star in der DVD Sammlung zu sein, was denke einiges über das Alter der Filme aussagt.

Abends waren wir noch einmal mit den Rädern in der Stadt und testeten zum ersten Mal die Kneipen. Zuerst hielten wir im „le bleu piano“, wo es uns sehr gut gefiel. Sie hatten vor allem echtes, gut gezapftes Guinness,  nur leider fanden wir sie sehr teuer und so gingen wir nach einem Glas weiter. Wir entdeckten einen Hinterhof mitten in der Altstadt, der voll mit Kneipen und Restaurants war und dachten „Hier sind wir richtig“. Aber unsere erste Wahl war ein ziemlicher Reinfall. Von aussen sah die Kneipe zuerst noch ansprechend aus, aber kaum hatten wir uns gesetzt, waren wir von der Einrichtung mehr abgeschreckt und verschwanden nach einem Glas, mussten aber feststellen, dass die Preise hier noch höher waren. Nur 20 Meter weiter gingen wir in die nächste Kneipe, die wieder unseren Geschmack traf. Hier liessen wir den Abend bei einem Glas Cidre ausklingen und machten uns auf den Heimweg. In Frankreich scheint es übrigens nicht üblich zu sein, dass man in Kneipen eine Getränkekarte bekommt. In 2 von 3 Bars wurde unsere Frage nach einer Karte verneint.

 

17. September

 

Mein Arbeitstag begann mit dem „Service en Salle“ und zog sich von 11 bis 15 Uhr. Während des Kellners wurden wir gut von Numa unterstützt der früher schon einmal in der Küche gearbeitet hatte und uns so noch einiges zeigen konnte. Ich glaube mit Numa haben wir einen sehr netten und lustigen neuen Kollegen bekommen. Mein heutiger Nachmittag verlief eher ruhig und ich lag lesend im Bett, dafür hatte der Abend noch etwas neues zu bieten. Ich war hier zum ersten Mal im Volleyballtraining. Die Mitspieler machen alle einen guten Eindruck, nur leider verstehe ich dort noch weniger als im normalen Alltag, da ich einfach viele Begriffe im Volleyball, vor allem auf Französisch, noch nie gehört hab. Trotzdem tat es mal wieder gut Sport zu treiben und unter gleich alten Leuten zu sein.

 

 

 

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