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So

05

Okt

2008

St Brieuc, Guingamp, Lannion und zurück nach St Brieuc

Nachdem ich mit nun schon ein paar Tage nicht mehr gemeldet habe, will ich euch mal wieder mitteilen, was ich die letzten Tage so unternommen habe.

Bis gestern hatten wir durchgehend sehr gutes Wetter und so machte ich viele Fahrradtouren. Meine erste etwas grössere Radtour ging

La MéaugonLa Méaugon

an einen Stausee in der Nähe und sollte eigentlich den ganzen Nachmittag ausfüllen, nur ich hatte irgendwie den Massstab der Karte nicht beachtet und so war ich nach 30 Minuten Fahrt schon am Wasser. Ich schloss mein Fahrrad ab und ging zu Fuss den kleineren der beiden Rundwege. Das Ufer war zwar immer in Nähe des Weges, aber durch viele Bäume und Büsche konnte ich das Wasser kaum sehen und so verliess ich an vielen Stellen diesen Weg und ging auf kleinen Trampelpfaden ans Ufer. Dort stellte ich fest, dass der See bei Wassersportlern sehr beliebt ist. Alles war voll mit Anglern in Ruderbooten und auch eine Segel- und Kajakschule übte an diesem Nachmittag. Einer dieser Trampelpfade führte mich mich zu einer Stelle, an der ich einen super Blick auf ein Viadukt hatte, welches den ganzen Stausee überspannt.

Strand von Etables-sur-MerStrand von Etables-sur-Mer

Die nächste Tour ging nach Binic, einem Badeort etwas weiter nördlich. Nachdem ich hier schon viele sehr wilde Strände voller Felsen entdeckt habe bot Binic das absolute Gegenteil. Reiner Sandstrand und flaches und somit verhältnismässig warmes Wasser. Da es an diesem Tag nicht nur ziemlich warm war, sondern auch noch ein ziemlich starker Wind bliess, konnte ich am Strand neben normalen Badegästen viele Kitesurfer sehen. Ein ziemlich cooles Bild, wenn an der ganzen Küste Fallschirme entlangfliegen. Etwas weiter draussen herrschte ein richtiger Verkehr. Scheinbar wollte jeder Segler noch einmal das gute Wetter und den Wind nutzen und mir bot sich ein toller Ausblick. Der tiefblaue Atlantik war voller bunter Segel, die im Sonnenlicht leuchteten.

 

GuingampGuingamp

Sonntag Abend bekamen wir Besuch von Nina, die in der Jugendherberge von Lannion arbeitet. Wir mussten bis 9 Uhr arbeiten und gingen danach noch mal in die Stadt, um ein paar weitere Kneipen zu testen. In der Stadt angekommen, merkten wir leider, dass Sonntags nicht allzu viele Bars geöffnet hatten und so gingen wir nach einem kurzen Aufenthalt in "La Grange" in einen von aussen eher abstossend wirkenden Irish Pub. Aber schon nach 10 Minuten freuten wir uns, dass wir doch hineingegangen waren. An der Theke packte auf einmal ein Mann seine Gitarre aus und sang Zombie von den Cranberrys und das auch noch richtig gut. Wir kamen mit ihm ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er aus New York City stammt, aber nach einer Europatournee mit seiner Band vor 11 Jahren in Europa, genauer gesagt in St Brieuc, geblieben ist. Er spielte für uns auch viele eigene Lieder und der Abend war einfach nur cool. Diesen Freitag hat er ein Konzert mit seiner Band, zu dem er uns eingeladen hat. Ich habe fest geplant dorthin zu gehen.

Montag Morgen fuhren wir noch einmal nach Lannion, diesmal aber nicht nur als Zwischenstation. Im Bus entschieden wir uns spontan den Nachmittag in Guingamp zu verbringen. Guingamp hat zwar einen ziemlich hübschen, mittelalterlichen Stadtkern, aber sonst konnten wir nichts besonderes an dieser Stadt feststellen. In Lannion angekommen wurden wir sehr freundlich vom dortigen Herbergsvater, Xavier, empfangen. Während wir zu Abend assen, lernten wir noch Joseph kennen. Er ist 19 Jahre, kommt aus Honduras und wird genau wie ich für ein Jahr in einer französischen Jugendherberge arbeiten. Gegen 9 Uhr gingen wir zu dritt in die Innenstadt von Lannion, um ein paar Kneipen abzuklappern. Aber zuerst suchten wir noch eine Kirche auf einem Berg auf. Die Kirche selbst war sehr schön beleuchtet und wir hatten von dort einen wunderschönen Ausblick. Vor uns lagen mehr als 100 Treppenstufen hinunter in die mittelalterliche Altstadt, die von vielen gelben Strassenlaternen ausgeleuchtet wurde. Im Anschluss tranken wir noch ein paar Cocktails in einer ziemlich urigen Kneipe.

Dienstag Morgen fuhren wir zurück nach St Brieuc, wo mich eine nicht allzu schöne Arbeitswoche erwartete. Jeden Tag steht "Ménage" für mich auf dem Plan, was nix anderes bedeutet, als die Betten der Gäste zu machen und ihre Bäder zu putzen.

Montag und Dienstag scheinen hier meine festen freien Tage zu sein, aber noch weiss ich nicht, was ich dieses Mal unternehmen werde.

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