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So

26

Okt

2008

Nächster Kurzurlaub: Dinan

Nachdem Gwendal meine Sonntagabendschicht für mich übernehmen wollte konnte es auch schon nachmittags nach Dinan gehen. Jeder Franzose, mit dem ich über Dinan sprach, fing sofort an, von einer superschönen Stadt zu schwärmen, also war auch ich schwer gespannt, ob die Stadt wirklich so viel zu bieten hatte. Da die Herberge in Dinan von Gwendals Bruder (Gwenn ;)) geleitet wird, fuhr uns unser Chef persönlich mit dem Wagen nach Dinan, um seinem Bruder einen kurzen Besuch abzustatten.

Die Herbege ist super cool gelegen, zwischen 2 Bergen in Hafennähe und verfügt über einen urig-wilden Garten. Weil es sonntags sehr sonnig und warm war, verbrachten wir den ersten Nachmittag mit Gwendal auf der Sonnenterrasse eines Hafencafés.

Rue de JerzualRue de Jerzual

Abends bezogen wir noch schnell die Zimmer und dann ging es ab in die Innenstadt um ein paar Kneipen zu testen. Wir mussten zwar ungefähr 70 Höhenmeter zurücklegen, aber durch die wahrscheinlich ansehnlichste Strasse, die ich je gesehen hab. Sie gab uns schon einen sehr guten Vorgeschmack auf das restliche Erscheinungsbild von Dinan, denn sie bestand komplett aus Kopfsteinpflaster, war sehr eng und es reihte sich ein altes Fachwerkhaus an das nächste. Dazu ging es stetig steil bergauf und als Höhepunkt musste man durch ein altes Tor in der noch sehr gut erhaltenen Stadtmauer gehen. Wir trafen auf zahlreiche Kneipen, nur da es Sonntagabend war, hatten leider nicht alle geöffnet und auch die offenen waren eher leer. Ich trank einen Cocktail und 2 Bier, darunter ein bretonisches Stout! und dann ging es wieder zurück in die Auberge.

Montags haben in Frankreich immer alle Geschäfte geschlossen und dementsprechen leer sind die Strassen, deswegen dachten wir uns, dass wir heute den Tag für eine Radtour in das 30km entfernte Dinard nutzen wollen. Dinard wurde von meinem Bretagneführer als Perle der Côte d'Emeraude (Smaragküste) angepriesen und mit entsprechend hohen Erwartungen machten wir uns auf den Weg. Wir kamen genau zur Mittagszeit an und so suchten wir uns eine Bank mit Meerblick und nahmen ein nicht sehr ausgefallenes Mittagessen zu uns: Massenweise Madeleines und eine der zahlreichen Schweppessorten, die man in Deutschland nicht kaufen kann. Danach ging unser Sightseeingnachmittag los. Dinard, früher einmal Badeort der englischen Adeligen konnte an der Küste mit einer englischen Villa nach der nächsten aufwarten, die zusammen schon ein imposantes Bild abgaben. Wir fanden einen Weg der uns genau zwischen kleiner Steilküste und Meer entlangführte und mussten oft über Felsformationen, riesige Villen und kleine Inseln in der Nähe staunen, aber irgendwie fehlte Dinard etwas, um sie wirklich als Perle in Erinnerung zu behalten. Auch ein genialer Moment war der Ausblick auf die Hafenzeile von St Malo, dass von Dinard nur durch die Mündung der Rance getrennt ist. Aber St Malo wird nochmal ein eigener Trip. Gegen 16 Uhr traten wir den Heimweg an, auf den sich erstmal keiner von uns beiden freute. Wir hatten die Räder aus der Herberge geliehen und ich glaube ich habe in den letzten Jahren, nie auf so einem kleinem Fahrrad gesessen, geschweige denn insgesamt 60km darauf zurückgelegt und so war die Heimfahrt für mich eher mit schmerzenden Beinen als mit sportlicher Betätigung in bretonischer Natur verbunden. Den Tag schlossen wir mit einem Galette und einer Oragina in einer der zahlreichen Crêperien in Dinans Centre Ville ab.

Dienstag stand dann endlich das eigentliche Ziel unser Reise auf dem Plan, Dinans Stadtkern. Wir erreichten ihn über die begehbare Stadtmauer und dort angekommen kaufte ich mir zum Frühtstück das bisher beste pain au chocolat und croissant, dass ich je gegessen habe; wohlschmeckender hätte der Tag nicht beginnen können. Von einem zentralem Platz aus führte uns mein Reiseführer durch Dinan und so lernten wir auch über die einzelnen Stationen gleich noch etwas, die Stadt strotzt nicht nur von Geschichte, sondern auch von den entsprechend gut erhaltenen Häusern, Burganlagen und vor allem prunkvoll ausgeschmückten Kirchen. Nachmittags liefen wir noch an der Rance (Fluss) nach Léhon, einem kleinem Dorf, in dem es ausser einem Schwimmbad, kein modernes Haus gibt. In Léhons Mitte könnte man problemlos einen Film über das späte Mittelater drehen ohne etwas retuschieren zu müssen. Von Léhon gelangte ich nach ca. 40 Minuten direkt zurück in die Moderne, nämlich in das nächste McDonald's. Das erste mal seit ungefähr 2 Monaten und zu meiner grossen Freude konnte ich mir als Dessert ein McFlurry mit Orios und Karamellsosse kaufen.

Um 18.31 Uhr fuhren wir mit dem TER zurück nach St Brieuc, denn am nächsten Morgen ging der normale Arbeitsalltag wieder los

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