Mo
03
Nov
2008
Fest Noz
Der heutige Titel ist bretonisch und bedeutet « Nachtfest ». Ist eine typische bretonische Veranstaltung, auf der bretonische Tänze zu bretonischer Musik getanzt werden, ziemlich bretonisch alles ;-).
Wir hatten für 5 Nächte eine Schülergruppe aus Wales zu Gast und diese hatte für ihren letzten Abend

4 Musikanten gebucht, damit die Schüler noch etwas mehr über die Bretagne erfahren. Da ich selbst noch nie auf einem Fest Noz war, ging ich nach meiner Kellnerschicht, ausgestattet mit meinem Fotoapparat, zu der waliser Gruppe. Viele Fotos konnte ich aber nicht schießen, denn schon nach kurzer Zeit wurde ich von einer britischen Lehrerin zum Tanz aufgefordert. Sie hielt mich für einen Bretonen und hoffte, dass ich ihr das Tanzen beibringen kann, damit lag sie leider ziemlich daneben. Aber ich war jetzt mitten im Geschehen und tanzte noch ca. 1,5 Stunden weiter. Neben den Walisern waren noch viele Einheimische in der Herberge, da sie auch mitfeiern wollten. So lief es letztendlich auf einen großen Tanzkurs für uns heraus und alle hatten viel Spaß.
Den folgenden Abend kamen vier Erasmus-Studenten aus Nantes in die Herberge und ich arbeitete gerade an der Rezeption. Nach ca. 3 Minuten bemerkte ich, dass in der Gruppe 2 Leute Deutsch sprechen. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut und so blieben die 4 Studenten noch 1 Stunde mit mir in der Rezeption sitzen, bevor sie ihre Zimmer bezogen. Um 21 Uhr war ich zum Glück fertig mit arbeiten und wir trafen uns noch einmal zum quatschen. Das Gespräch war ziemlich cool, da neben den beiden Deutschen noch eine Spanierin und eine Andorranerin dabei waren. So verlief der Hauptteil des Gesprächs auf Französisch, wir wechselten aber auch häufig ins Englische, ab und zu ins Deutsche und es wurde versucht mir ein spanisches Kinderlied beizubringen, ich muss aber zugeben, dass ich es schon wieder in Gänze vergessen habe. Als die Müdigkeit zu stark wurde verabredeten wir uns noch zu einem gemeinsamen Frühstück und gingen erst einmal schlafen.
L'arcouestSo hatte ich 2 super coole Abende und hoffe, dass diese Woche wieder ähnlich nette Gäste anreisen. An einem meiner freien Tage in der letzten Woche fuhr ich mal wieder mit dem Bus an der Küste entlang, diesmal ging es nach L’arcouest und Paimpol. Immer wenn das Meer in Sichtweite kam, konnte ich grosse Wellen entdecken und ich freute mich schon auf L'arcouest, denn dies ist der nördlichste Punkt der Landzunge und so rechnete ich natürlich mit noch mehr und noch grösseren Wellen als in der Bucht. Dort angekommen entdeckte ich leider nur flache See und las bald darauf auf einem Schild, dass die Gegend für ihre Windstille und mildes Klima bekannt ist ... . Dafürf gab es dort aber eine ziemlich wilde Küste, alles ist voller zerklüfteter Felsen und kleiner Felseninseln im Meer, sieht ziemlich beeindruckend aus und so hatte ich meine Wellen schon bald wieder vergessen.
Der Hafen von PaimpolPaimpol war leider nichts besonderes, es gab zwar einen alten Stadtkern und einen Hafen, aber irgendwie habe ich mich daran schon ziemlich gewöhnt, man sieht so was hier halt in fast jedem Ort, hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht. Nachdem ich mich mit einem pain au chocolat und einem Eclair im Hafen gestärkt hatte, nahm ich noch mal 30 Minuten Fußweg in Angriff, um zur einem altem Kloster zu gelangen.
Abbaye BeauportDort angekommen kam ich aus dem Staunen erst mal wieder nicht heraus. Aber nicht allein die Klosterruinen, sondern vor allem die Umgebung gefiel mir total. Zu der alten Abtei gehörten neben vielen Gärten und Obstplantagen, wo gerade die Äpfel geerntet wurden, auch mehrere Pferde- und Ziegenweiden. Das alles lag in einer einzigen Bucht, direkt am Meer. Bei so einer Anlage könnte man fast Mönch werden ;).
Zum Abschluss nochmal ein Bild, dass ich während des Abendessens aufgenommen habe, super cooler Sonnenuntergang, den ich euch nicht vorenthalten möchte:
Degemer Mat! - Herzlich Willkommen!


