Sa
08
Nov
2008
St Malo und Mont St Michel
Lenard und ich hatten zwei zusammenhängende freie Tage und so stand mal wieder eine Reise an. Diesmal sollte es zum Mont St Michel und am nächsten Tag nach St Malo gehen. Am Vorabend stellte sich heraus, dass Nina, die andere deutsche Praktikantin aus Lannion, an den selben Tagen frei hat und so ging es zu dritt auf die Reise.

Mittwoch Morgen nahm uns einer der Aufseher der Internatsschüler mit zum Bahnhof, was uns ca. 35 Minuten Fußmarsch ersparte. Unser erster Halt war Rennes, denn hier mussten wir eh umsteigen und Nina machte es zur Pflicht, hier Schuhe einzukaufen, also nahmen wir uns ca. 2 ,5 Stunden Zeit und gingen kurz in die Innenstadt von Rennes. Es war aber noch relativ früh am Morgen und so hatte kaum ein Geschäft geöffnet, was uns letztendlich dazu brachte ein Café aufzusuchen und die Stunden in Rennes so in gemütlicher Wärme zu verbringen. In diesem Café hing auch ein Fernseher und ich erfuhr zum ersten Mal, die genaue Wahlmännerzahl, die Obama am Vortag gewonnen hatte.

Um 11.30 Uhr ging es dann mit dem Bus von Rennes zum Mont St Michel, die Busfahrt an sich war ziemlich unspektakulär, die mitfahrenden Gäste dafür umso mehr. Nina, Lenard und ich waren die einzigen Europäer im Bus, der Rest kam vermutlich aus Japan, da muss man schon erst einmal schmunzeln. Wirklich beeindruckend ist dann der Moment, wenn Mont St Michel vor einem auftaucht. Links und rechts befinden sich Wiesen voller Schafe, die Strasse geht absolut gerade und vor einem sieht man auf einmal den Klosterberg, der vom Meer umgeben ist.

Dort angekommen starteten wir erst einmal mit einem Picknick, natürlich bestehend aus Baguette und Käse. Innerhalb der Mauern ist dann alles sehr touristisch überlaufen, in jeder Gasse wimmelt es von Menschen, die sich hinter ihren Fotoapparaten verstecken und zwischendurch in einen der zahlreichen Andenkenläden verschwinden; aber ich war ja selber genau so ein Tourist ;). Wir schlängelten uns erst die Gassen zum Gipfel des Berges und dem Kloster entlang, bis wir feststellten, dass dies Eintritt kostet, kehrten dann nach kurzem Zögern wieder um und flanierten auf den Mauern entlang. Trotz der vielen Touristen leben heute wieder Mönche in dem Kloster, dessen Ursprünge bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen.

Am späten Nachmittag nahmen wir einen Bus nach St Malo, denn heute Abend wollten wir in der dortigen Herberge übernachten. Zum Abendessen leisteten wir uns Tiefkühlpizza, die aber auf Grund einiger Probleme mit dem Ofen ziemlich stark verbrannte. Während des Essens lernten wir 3 Australier kennen, die erst zusammen 1 Jahr lang durch Australien gereist sind und jetzt noch einmal 6 Monate in Europa dranhängen, ziemlich coole Aktion. Nach einem reichlichem Frühstück am nächsten Morgen ging es dann zur Stadtbesichtigung. Während wir Richtung Innenstadt liefen, stellten wir fest, dass die Herberge direkt in Strandnähe liegt und so legten wir den letzten Kilometer auf der Strandpromenade zurück. Angefangen haben wir dann mit dem « Fort National », einer Festung auf einer kleinen Insel, die nur bei Ebbe zu Fuss zu erreichen ist. Leider hatte sie aber geschlossen, da die Hochsaison vorbei ist und so gingen wir weiter auf die vollständigen Wallanlagen, auf denen man die ganze Stadt umrunden kann.
Mittags aßen wir in einer Crêperie, wo ich mein bislang bestes Galette bekam. Ein Galette mit Schinken, Käse, Ei, Sahne und Schnittlauch. Ziemlich leckere Kombination. Zum Nachtisch gab es noch Crêpe mit Karamellsauce und abgerundet wurde es durch einen Cidre. Frisch gestärkt suchten wir noch einmal den Hafen auf, von Ausblick finde ich noch schöner, als die ganzen alten Häuser von der Nähe aus zu beobachten. Bevor es zurück zum Bahnhof ging, sahen wir noch ein paar Fischerboote mit ihrem Fang in den Hafen zurückkehren.
Am Bahnhof gab es dann nochmal eine Überrraschung. « En raison d’une grève… » Wir kamen also nicht mehr mit dem Zug aus St Malo fort und so nahmen wir den Tibus nach Dinan, wo Gwendals Bruder Chef der Herberge ist, um dort noch eine Nacht dranzuhängen. Wir gingen Abends in die « Rue de la Soif », Der Name ist hier echt Programm, in der ganzen Strasse gibt es glaube nichts anderes als Kneipen. Am nächsten Morgen nahmen wir ein paar Sehenswürdigkeiten mit und um halb 12 ging es dann zurück nach St Brieuc.
Degemer Mat! - Herzlich Willkommen!


